Auftragsverarbeitung

Vertrag über die Verarbeitung personenbezogener Daten im Auftrag nach Art. 28 DSGVO (AV-Vertrag) — Stand: 22.10.2026

zwischen dem Nutzer von Storest (Händler, nachfolgend „Auftraggeber“) und Storest, Inh. Maximilian Budziat, An der Trift 10A, 31749 Auetal (nachfolgend „Auftragnehmer“). Dieser Vertrag ist Bestandteil der AGB und gilt mit der Registrierung als geschlossen. Auf Wunsch stellen wir ihn auch als unterschriebenes PDF bereit (info@storest.de).

1. Gegenstand und Dauer

1.1 Der Auftragnehmer betreibt für den Auftraggeber das Warenwirtschaftssystem Storest (Bestand, Ein- und Verkauf, Rechnungen, Buchhaltungsexporte, Anbindung von Verkaufskanälen). Dabei verarbeitet er personenbezogene Daten, für die der Auftraggeber Verantwortlicher ist.
1.2 Der Vertrag läuft so lange wie der Nutzungsvertrag. Pflichten, die ihrer Natur nach fortbestehen (Vertraulichkeit, Löschung), gelten darüber hinaus.

2. Art, Zweck und Umfang der Verarbeitung

Zweck: Erfassen und Übernehmen von Bestellungen, Erstellen und Versenden von Rechnungen, Gutschriften und Eigenbelegen, Führen von Kunden- und Lieferantenstammdaten, Bestandsabgleich mit angebundenen Shops, Übergabe an die Buchhaltung (DATEV-Export, BuchhaltungsButler, Belegversand an den Steuerberater), Aufbewahrung nach GoBD.
Art der Daten: Name, Firma, Rechnungs- und Lieferanschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, USt-ID, Käufername bzw. Nutzername auf Marktplätzen, Bestell-, Rechnungs- und Zahlungsangaben (Beträge, Zahlart, Zahlungsstatus — keine Kartendaten), bei Ankäufen ggf. Ausweisangaben und Unterschrift des Verkäufers, Fotos, Nutzungsprotokolle der Mitarbeitenden des Auftraggebers.
Betroffene: Kundinnen und Kunden des Auftraggebers (auch aus Shopify, WooCommerce und eBay), Lieferanten und private Verkäufer, Mitarbeitende des Auftraggebers.

3. Weisungen

3.1 Der Auftragnehmer verarbeitet die Daten nur auf dokumentierte Weisung des Auftraggebers. Weisungen sind dieser Vertrag, die Einstellungen und Aktionen des Auftraggebers in Storest (z. B. das Verbinden eines Shops oder das Aktivieren des Belegversands) sowie Weisungen per E-Mail.
3.2 Hält der Auftragnehmer eine Weisung für rechtswidrig, weist er den Auftraggeber unverzüglich darauf hin.

4. Pflichten des Auftragnehmers

4.1 Alle Personen, die Zugang zu den Daten haben, sind zur Vertraulichkeit verpflichtet.
4.2 Der Auftragnehmer trifft die technischen und organisatorischen Maßnahmen nach Anlage 1 (Art. 32 DSGVO) und passt sie dem Stand der Technik an, ohne das Schutzniveau zu senken.
4.3 Er unterstützt den Auftraggeber bei Anfragen Betroffener (Art. 12–23 DSGVO), bei der Datenschutz-Folgenabschätzung und bei Meldungen an die Aufsichtsbehörde. Über Datenauskunfts- und Löschanfragen, die über Shopify eingehen, informiert Storest den Auftraggeber in der App; nicht übernommene Bestellungen werden dabei automatisch gelöscht.
4.4 Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten meldet der Auftragnehmer dem Auftraggeber unverzüglich, möglichst binnen 24 Stunden nach Kenntnis, mit den Angaben nach Art. 33 Abs. 3 DSGVO, soweit bekannt.

5. Unterauftragsverarbeiter

5.1 Der Auftraggeber genehmigt die in Anlage 2 genannten Unterauftragsverarbeiter. Der Auftragnehmer verpflichtet sie vertraglich auf ein gleichwertiges Schutzniveau.
5.2 Neue oder geänderte Unterauftragsverarbeiter kündigt der Auftragnehmer mindestens vier Wochen vorher per E-Mail an. Der Auftraggeber kann aus wichtigem datenschutzrechtlichem Grund widersprechen; ist keine Lösung möglich, kann er den Nutzungsvertrag außerordentlich kündigen.
5.3 Dienste, die der Auftraggeber selbst anbindet (z. B. eBay, Shopify, WooCommerce, BuchhaltungsButler, eigener Anthropic-API-Schlüssel, Belegversand an den Steuerberater), sind keine Unterauftragsverarbeiter des Auftragnehmers. Die Übermittlung dorthin erfolgt auf Weisung des Auftraggebers, der mit diesen Anbietern eigene Verträge hat.

6. Kontrollrechte

Der Auftragnehmer weist die Einhaltung dieses Vertrags auf Anfrage nach, vorrangig durch Auskünfte, Dokumentation und die Zertifikate seiner Unterauftragsverarbeiter. Vor-Ort-Prüfungen sind nach Absprache mit angemessener Vorlaufzeit möglich.

7. Löschung und Rückgabe

7.1 Der Auftraggeber kann seine Daten jederzeit exportieren (Datensicherung als ZIP, GoBD-Export, CSV).
7.2 Nach Vertragsende löscht der Auftragnehmer die Daten, soweit keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht besteht. Belege, die der Auftraggeber nach § 147 AO und § 14b UStG aufbewahren muss, löscht er erst nach Bestätigung des Auftraggebers, dass er sie exportiert hat, spätestens nach Ablauf der Frist.
7.3 Schon während der Laufzeit gilt: Bestellungen aus Shopify, WooCommerce und eBay, die der Auftraggeber abgelehnt hat, verlieren 90 Tage nach dem Bestelldatum Name, Anschrift und Kontaktdaten. Zugriffsprotokolle werden nach 12 Monaten gelöscht.

8. Haftung

Es gilt Art. 82 DSGVO. Im Übrigen gelten die Haftungsregeln der AGB.

Anlage 1: Technische und organisatorische Maßnahmen

Vertraulichkeit: Rechenzentren von Cloudflare (ISO 27001, SOC 2) mit Zutritts- und Zugangskontrolle; Datenbank und Dateispeicher in der Region Osteuropa (EEUR). Zugang zur App nur mit Konto; Passwörter gehasht (PBKDF2-SHA256 mit Salt); Sitzung in einem httpOnly-/Secure-Cookie. Strikte Mandantentrennung: jede Abfrage ist auf den Betrieb beschränkt. Mitarbeitende des Auftraggebers mit eigenem Konto und Rollen (Inhaber/Mitarbeiter). Administrative Zugänge des Auftragnehmers (Cloudflare, GitHub, AWS, Stripe, Shopify Partner) nur mit Zwei-Faktor-Authentifizierung; Schlüssel der Anwendung als verschlüsselte Secrets; Zugangstokens angebundener Shops nur serverseitig, nie im Browser. Datenbank und Dateispeicher sind im Ruhezustand verschlüsselt (Cloudflare D1/R2).
Integrität: Übertragung ausschließlich per TLS. Festgeschriebene Rechnungen und Belege sind unveränderbar (GoBD-Sperre, Storno statt Änderung), Änderungen werden in einer Hash-verketteten Protokollkette festgehalten; Belegspeicher mit Aufbewahrungssperre (8 Jahre). Lesezugriffe auf Kundendaten (Kundenansicht, Belege, Exporte, offene Bestellungen) werden mit Person und Zeitpunkt protokolliert.
Verfügbarkeit und Belastbarkeit: Redundante Infrastruktur von Cloudflare, Point-in-Time-Recovery der Datenbank (Cloudflare D1 Time Travel), Fehlerüberwachung.
Verfahren zur Überprüfung: Richtlinie für Sicherheitsvorfälle mit Meldewegen; regelmäßige Prüfung der Zugänge und Abhängigkeiten; Datensparsamkeit durch automatische Löschfristen (siehe 7.3).

Anlage 2: Unterauftragsverarbeiter

Cloudflare, Inc., 101 Townsend St., San Francisco, CA 94107, USA — Hosting der Anwendung, Datenbank, Dateispeicher (Region Osteuropa). Übermittlung in die USA auf Grundlage des EU-U.S. Data Privacy Framework und der Standardvertragsklauseln.
Amazon Web Services EMEA SARL, 38 Avenue John F. Kennedy, L-1855 Luxemburg — Versand von E-Mails (Rechnungen an Kunden, Belegversand), Region Frankfurt (eu-central-1).
Functional Software, Inc. (Sentry), 45 Fremont St., San Francisco, CA 94105, USA — Fehlerüberwachung; es werden technische Fehlerberichte übertragen, keine IP-Adressen oder Cookies. Grundlage: EU-U.S. Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln.