Lagerumschlag-Rechner

Wie oft dreht sich dein Lager — und wie viel Kapital liegt darin fest?

Eingaben

€
Einkaufspreis der Ware, die du im Zeitraum verkauft hast — nicht der Umsatz.
€
Bestand zu Einkaufspreisen.
€
Leer lassen, wenn nur ein Lagerwert bekannt ist.
%
Zins für Kredit oder entgangene Rendite. 8 % ist ein üblicher Ansatz.

Ergebnis

Lagerumschlag

Trage Wareneinsatz und Lagerwert ein.

Ø Lagerdauer

Gebundenes Kapital

Was das bedeutet

Der Lagerumschlag zeigt, wie oft du deinen durchschnittlichen Bestand im Zeitraum komplett verkauft und ersetzt hast. Je höher, desto schneller wird aus Ware wieder Geld.

Die Formel für den Lagerumschlag

Der Lagerumschlag — genauer die Lagerumschlagshäufigkeit — beantwortet eine einfache Frage: Wie oft hast du deinen Bestand im Zeitraum einmal komplett verkauft? Die Formel:

Lagerumschlag = Wareneinsatz ÷ Ø Lagerbestand
Ø Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2
Ø Lagerdauer = Tage im Zeitraum ÷ Lagerumschlag

Alle drei Werte rechnest du zu Einkaufspreisen. Der Wareneinsatz ist der Einkaufspreis der Artikel, die du im Zeitraum verkauft hast — nicht der Umsatz. Wer den Umsatz nimmt, rechnet sich den Umschlag um seine Marge schön.

Ein Beispiel aus dem Gebrauchtwarenhandel

Ein Reseller hat am Jahresanfang Ware für 12.000 € (Einkaufspreis) im Lager, am Jahresende für 18.000 €. Im Jahr hat er Ware verkauft, die ihn im Einkauf 60.000 € gekostet hat.

  • Ø Lagerbestand: (12.000 € + 18.000 €) ÷ 2 = 15.000 €
  • Lagerumschlag: 60.000 € ÷ 15.000 € = 4,0-mal im Jahr
  • Ø Lagerdauer: 365 ÷ 4 = rund 91 Tage

Im Schnitt liegt jeder Artikel also drei Monate, bevor er Geld bringt. Und 15.000 € sind dauerhaft in Ware gebunden. Bei 8 % Kapitalkosten sind das 1.200 € im Jahr, die in keiner Margenrechnung auftauchen.

Warum der Durchschnitt täuscht: Ladenhüter

Ein Umschlag von 4 klingt gesund. Er kann aber auch heißen, dass 80 % der Ware in drei Wochen weggeht und der Rest seit einem Jahr im Regal liegt. Genau diese Ladenhüter binden das Kapital, mit dem du die nächsten guten Ankäufe machen könntest. Deshalb schauen erfahrene Händler nicht nur auf den Umschlag, sondern auf das Lageralter je Bestand:

  • Wie viel Lagerwert liegt länger als 90, 180 oder 365 Tage?
  • Welche Kategorien und Zustände verkaufen sich langsam?
  • Bei welchem Lieferanten bleibt regelmäßig Ware liegen?

Die ehrliche Konsequenz ist oft ein Abverkauf unter Wert. Bei der Gesamtdifferenz wirkt sich ein Verlust sogar steuerlich aus, bei der Einzeldifferenz nicht. Was ein Preisnachlass mit deinem Gewinn macht, rechnest du im Margenrechner nach.

So erhöhst du deinen Lagerumschlag

  1. Schneller einstellen. Jeder Tag zwischen Ankauf und Angebot zählt zur Lagerdauer, obwohl niemand die Ware kaufen kann.
  2. Ladenhüter aktiv abverkaufen, statt sie liegen zu lassen: Preis senken, bündeln, auf einem anderen Kanal anbieten.
  3. Einkauf an den Zahlen ausrichten: mehr von dem, was schnell dreht, weniger von dem, was liegen bleibt.
  4. Lieferanten vergleichen — nicht nur nach Preis, sondern danach, wie schnell sich ihre Ware verkauft.

Ladenhüter sehen, bevor sie teuer werden

Storest kennt zu jedem Bestand Einkaufsdatum und Einkaufspreis. Die Auswertung zeigt dir deinen Lagerwert nach Alter, alle Bestände über deiner Schwelle, den Lagerumschlag im Zeitraum und für jeden Einkauf, wie viel davon schon verkauft ist und was noch als Restwert gebunden ist.

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Häufige Fragen

Wie berechnet man den Lagerumschlag?

Wareneinsatz im Zeitraum geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand, beide zu Einkaufspreisen. Den Durchschnitt bildest du vereinfacht aus Anfangs- und Endbestand. Genauer wird es mit Monats- oder Quartalsendbeständen: alle addieren und durch ihre Anzahl teilen.

Warum rechnet man mit Einkaufspreisen und nicht mit dem Umsatz?

Weil dein Lager zu Einkaufspreisen bewertet ist. Umsatz geteilt durch einen Bestand zu Einkaufspreisen mischt zwei Preisebenen — die Kennzahl sieht dann um die Marge besser aus, als sie ist.

Was ist ein guter Lagerumschlag im Gebrauchtwarenhandel?

Das hängt stark von der Ware ab. Elektronik und Handys drehen oft sechs- bis zwölfmal im Jahr, Kleidung und Bücher eher drei- bis sechsmal, Möbel, Antiquitäten und Sammlerstücke teils nur ein- bis zweimal. Aussagekräftiger ist der Vergleich mit dir selbst über mehrere Quartale — und je Warengruppe.

Brauche ich den Lagerwert auch für die Steuer?

Wer bilanziert, muss zum Jahresende eine Inventur machen und den Bestand bewerten. Bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist der Wareneinkauf in der Regel sofort Betriebsausgabe, der Lagerwert spielt dort steuerlich eine kleinere Rolle. Für deine eigene Steuerung brauchst du ihn trotzdem — und bei der Gesamtdifferenz auch für die Umsatzsteuer.

Dieser Rechner ist eine allgemeine Orientierung für die betriebswirtschaftliche Steuerung und ersetzt keine Steuerberatung. Richtwerte je Warengruppe sind Erfahrungswerte, keine Branchenstatistik.